Tai Chi Chuan

Das Tai Chi (Chuan) stammt ursprünglich aus den alten Heil- und Atemübungen der traditionellen chinesischen Medizin und ist eine Verbindung mit den Kampfkünsten eingegangen. Tai Chi kann mit „das erhabene Letzte“ übersetzt werden und ist  ein traditioneller Begriff aus der taoistischen Philosophie. „Chuan“ bezieht sich auf die Faust („mit leeren Händen kämpfen“) und verweist auf den Aspekt des Tai Chi Chuan als Kunst der Selbstverteidigung. So stellt die Kombination der Silben „Tai Chi“ und „Chuan“ die tiefgehende, philosophisch begründete Bewegungstradition heraus, die zu Selbstverteidigung des Menschen im engeren, aber auch im weiteren Sinne (Gesundheit, Selbsterkenntnis, Befreiung von sozialen Zwängen) angewandt werden kann. Die chinesische Symbolik des Yin-Yang-Prinzips strukturiert die ruhigen, fließenden Bewegungen des Tai Chi. Dessen Formen sehen einen ständigen Wechsel von Anspannung (Yang) und Entspannung (Yin) vor, der auch in der Atmung, in der Belastung der Beine usw. zum tragen kommt. [Vgl. K & B. Moegling 1996]

Tai Chi ist der Avantgardist der „Inneren“ Kampfkünste. Die weichen und fließenden Bewegungen des Tai Chi dienen primär dazu, die Innen-Energie des Menschen zu stärken und auszubilden. Keine andere (innere) Kampfkunst ist dabei so weit verbreitet und etabliert wie das Tai Chi, was sicherlich in dessen sanfter Bewegungslehre und gesundheitsfördernden Effekten begründet liegt.

Die Techniken des Tai Chi lassen sich nicht in Distanzkampf, Nahkampf und Bodenkampf unterteilen, lediglich Einzelformen bzw. -Übungen und Partner-Übungen lassen sich kategorisieren. Bodenkampf ist im Tai Chi nicht vorhanden. In der Regel werden Einzelformen trainiert. Tai Chi Partner-Übungen sind gemeinhin als „Push-Hands“ bekannt. Sie dienen dazu, Bewegungen, Kraft und Impulse des Gegners oder Partners aufzunehmen und dessen Druck bzw. Energie zurückzugeben. Neben eigenen Fuß-, Bein- und Körperstellungen gibt es TaiChi-eigene Schrittarbeit, Anwendungen zur Selbstverteidigung, sowie TaiChi-eigene Waffenschule.

Das Grundprinzip des Tai Chi besteht in der Verbindung aller Bewegungen mit dem sog. Tan Tien (auch Dantian), dem Energiezentrum des Menschen, das sich in etwa auf Höhe des Bauchnabels befindet. Ziel des Tai Chi Übenden ist es, alle Bewegungen aus dem Tan Tien entspringen zu lassen.

Die Atmung spielt dabei eine wesentliche Rolle, mit deren Rhythmus ein stetes Wechselspiel aus Energie aufnehmen und abgeben erreicht werden soll. Letztlich soll damit die Innen-Energie (Chi) im Körper generiert und kontrollierbar werden.

Neben meiner Tai Chi Ausbildung bei Großmeister Isam, innerhalb des TopKungFu, habe ich auch durch andere Tai Chi Lehrer Erfahrung in und mit anderen Stilen bzw. Schulen sammeln können.

 

Tai Chi Lehrer Thomas Heilmann (Dipl. Sportwissenschaftler) bietet in Passau Tai Chi als Präventionsmaßnahme nach § 20 SGB an, was demnach von den meisten Krankenkassen bezuschusst oder sogar voll erstattet wird. Im Rahmen eines Tai Chi Kurses der BKK Passau hatte ich so die Chance, Tai Chi im Chen-Stil kennen zu lernen. Thomas Heilmann unterrichtet unter Anleitung von Tai Chi Meister Jumin Chen (www.institut-chen.eu).

 

Tai Chi Lehrerin Johanna Beer gibt im Gymnasium Leopoldinum in der Passauer Altstadt regelmäßig Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurse im Yang-Stil (für Studenten ermäßigt). Innerhalb von 3 Jahren konnte ich so die Kurzform des Yang-Stils erlernen und meine Fertigkeiten, Körperempfinden und Kontrolle meiner Innen-Energie (Chi) vertiefen.

Johanna Beer unterrichtet unter Anleitung der Tai Chi Meister Toyo und Petra Kobayashi (johanna.beer@freenet.de / www.taichi-kobayashi.de).

Tai Chi Kurs 2010, mit Johanna Behr (Mitte)

Tai Chi Formen

 

In der Regel wird Tai Chi Chuan in Solo-Formen trainiert, üblicherweise auch synchron in Gruppen. Das Bild kleiner Gruppen Tai Chi Übender, die in den frühen Morgenstunden gemeinsam und in völliger Harmonie (synchron) ihre langsam fließenden Bewegungsformen durchlaufen, prägt das Bild in vielen Parkanlagen in China und mittlerweile   auch in Europa.

Einfache Tai Chi Formen beginnen mit simplen Abläufen weniger, aneinander gefügter Techniken. Dabei bewegt der Übende sich nicht von der Stelle, sondern lenkt sein Chi nur durch Gewichtsverlagerung, Fußstellungen, Bewegungen des Rumpfes und der Arme, die mit der Atmung abgestimmt werden.

Komplexere Solo-Formen, wie beispielsweise die Yang-Form, beinhalten Schrittarbeit, anspruchsvolle Bewegungen  und Körperhaltungen, sowie Grundtechniken, durch deren kombinierte Anwendung "innere Arbeit" und letztlich "Chi" (Qi/ Innere Kraft) entwickelt werden kann. 

Populär sind die lange Form nach Yang Chengfu und die kleine Form nach Zhen Manqing, die aber von offiziellen Yang- Familienmitgliedern nicht anerkannt wird. Aufgrund seiner Vielfalt bietet der Yang Stil vielfältige Übungsgrundlagen an. Er kann kämpferisch, meditativ und auch unter den Aspekten der Gesundheitsförderung trainiert werden. Ein guter Lehrer des Yang Stils versteht es, alle drei Vorteile zu unterrichten, so dass der Yang Stil seine ursprüngliche Einheit bewahrt (vgl. Taiji-Forum.de).

Tai Chi Waffenschule

 

Neben den Tai Chi Solo- und Partnerübungen bzw. -Formen gibt es Tai Chi Formen mit (stilisierten) Waffen, wie beispielsweise Tai Chi Schwert (Jian), Tai Chi Langstock (Gun), Tai Chi Fächer (Shan) oder Tai Chi Säbel (Dao).

Auch die Tai Chi Waffenschule basiert auf dem Grundprinzip, Techniken langsam, ruhig und gefühlvoll auszuführen, um die eigene Energie auf die Waffe zu übertragen und sie tatsächlich zu „fühlen“.

Patrick Keilbart, Landrichterstraße 8, 94034 Passau, Germany

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